Wie kann man die Steuerbelastung bei Erbe und Schenkung optimieren?

Dieses Thema liegt Steuerberatern besonders am Herzen. Wenn Sie Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer vermeiden oder reduzieren möchten, wäre es gut, frühzeitig zu planen, um so diejenigen, die Ihnen wichtig sind, voll von Ihrem Vermögen profitieren zu lassen.

Beispiel 1: Nutzung des Schenkungsteuerfreibetrags bei Schenkung an die Erben (alle zehn Jahre)

Sie können in Etappen schenken! Eine gut situierte Person könnte etwa im Alter von 55, 65, 75 und 85 Jahren Vermögen an ihre Kinder übertragen und im jeweiligen Fall alle Freibeträge ausnutzen. Viele Vermögende machen von diesem Steuertipp Gebrauch. Es gibt jedoch auch Schenkende, die sich noch eine Sicherheit zurückbehalten möchten. Dies lässt sich beispielsweise mit dem Niesbrauch oder der Schenkung unter Vorbehalt bewerkstelligen.

Beispiel 2: Durch Adoption oder Heirat dafür sorgen, dass die erbende Person in eine günstigere Steuerklasse kommt
Wenn Sie Vermögen an den Lebensgefährten / die Lebensgefährtin, an entfernte Angehörige oder Freunde übertragen möchten, steht bei der Erbschaftsteuer leider nur ein geringer Freibetrag zur Verfügung, und es sind höhere Steuersätze anzuwenden. Sie können diese Nachteile vermeiden, indem Sie die betreffende Person heiraten oder adoptieren.

Beispiel 3: Übertragung von Bestandteilen des Privatvermögens in das Betriebsvermögen
Die Besteuerung von Betriebsvermögen ist günstiger als die von Privatvermögen. Möchte man aus Privatvermögen Betriebsvermögen machen, um so Erbschaftsteuer zu sparen, gibt es verschiedene vollkommen legale Möglichkeiten. Der Gesetzgeber hat diese Möglichkeiten zwar eingeschränkt, aber nicht vollständig beseitigt. Gemeinsam mit uns, Ihrer Steuerberatung, finden Sie noch diverse Möglichkeiten zur Senkung Ihrer Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer.

Beispiel 4: Anlegen von Vermögen in niedriger bewertete Anlagetypen
In einigen Fällen werden Immobilien niedriger besteuert als Bargeld. Wir, Ihre Steuerberatung, können für Sie ausrechnen, welches die günstigere Variante ist.

Beispiel 5: Güterstandsschaukel
Haben Sie sich bei Ihrer Heirat für eine Zugewinngemeinschaft entschieden? Sollte dies der Fall sein, kann ein Wechsel dieses sogenannten gesetzlichen Güterstandes in die Gütertrennung und wieder zurück ein kurzfristiges Mittel sein, um Schenkungsteuer zu sparen. Und zwar kommt es durch einen solchen Wechsel des Güterstandes zu einem nicht steuerpflichtigen Zugewinnausgleich. So können Sie ohne steuerliche Auswirkung Vermögen übergeben.

Steuersätze bei Schenkungen und Erbschaften

Wieviel Prozent der Schenkung als Steuer an das Finanzamt entrichtet werden müssen, (sog. Steuersatz), hängt von der Höhe der Schenkung und von der Steuerklasse ab.

 Zu versteuernder Wert bis … € Steuerklasse I
Steuersatz in %
Steuerklasse II
Steuersatz in %
Steuerklasse III
Steuersatz in %
 75.000 7 15 30
300.000 11 20 30
600.000 15 25 30
6.000.000 19 30 30
13.000.000 23 35 50
26.000.000 27 40 50
höhere Beträge 30 43 50

 

Freibeträge bei Schenkungen

Bei Schenkungen hängt die Höhe des Freibetrages davon ab, in welchem Verwandtschaftsverhältnis Schenkende und Beschenkte zueinander stehen.

Steuerklasse Verwandtschaftsverhältnis neue Freibeträge (Euro)
1 Ehegatte 500.000
Kinder, Stiefkinder, Kinder verstorbener Kinder und Stiefkinder 400.000
Enkelkinder 200.000
Eltern und Großeltern bei Erbschaften 100.000
2 Eltern und Großeltern bei Schenkungen, Geschwister, Neffen und Nichten, Schwiegereltern, geschiedene Ehegatten 20.000
3 alle übrigen Beschenkten und Erwerber 20.000
3 gleichgeschlechtlicher Lebenspartner bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

 

Freibeträge und Steuerbefreiungen

Wir prüfen gern für Sie, ob Sie eventuell von einer Steuer befreit sind bzw. welche Freibeträge für Sie in Frage kommen könnten.

Steuerbefreiungen

Hier ein paar Beispiele für Fälle von Steuerbefreiung bei der Ermittlung der Schenkungsteuer:

  1. Für Hausrat haben Ehegatten, Kinder und Enkel einen Freibetrag 41.000 €, sonst € 12.000,–.
  2. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es für Kunstgegenstände und Kunstsammlungen eine teilweise Befreiung. Das gilt auch für Immobilien, die z.B. denkmalgeschützt sind.
  3. Schenkungen für angemessenen Unterhalt oder eine Ausbildung sind steuerfrei
  4. Übliche Gelegenheitsgeschenke – d.h. keine wertvollen Uhren oder teurer Schmuck
  5. Gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke unter bestimmten Bedingungen
  6. Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien.

Freibeträge

Es gibt persönliche Freibeträge, die jeder beschenkten Person zustehen. Diese betragen:

Steuerklasse I

  1. für den Ehegatten: 500.000 €;
  2. für jedes Kind: 400.000 €;
  3. für jedes Kind eines verstorbenen Kindes (Enkel): 400.000 €;
  4. für jedes Kind eines lebenden Kindes (Enkel): 200.000 €;
  5. für Eltern und Großeltern (falls keine Kinder und Enkel vorhanden sind): 100.000 €;
  6. Alle hier nicht aufgeführten Erben und Beschenkte erhalten einen Freibetrag von 20.000 €.

Lebenspartner und Stiefkinder

Gleichgeschlechtliche Partner in eingetragener Lebensgemeinschaft (Lebenspartner im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes) werden Ehegatten gleichgestellt.
Stiefkinder werden steuerlich wie Kinder behandelt.

Erbschaft und Schenkung

Bei diesem Thema lässt sich durch eine geschickte Vorgehensweise sehr gut sparen. Gern erklären wir Ihnen beispielsweise in einem persönlichen Gespräch, wie Sie bei Schenkungen Steuern sparen können, indem Sie in Etappen vorgehen.

Steuern sparen durch frühzeitige Planung

Immer wenn Vermögen, dessen Wert über bestimmte Freibeträge hinausgeht, ohne Gegenleistung übertragen wird, fällt Erbschaftsteuer (umgangssprachlich auch Erbschaftssteuer) bzw. Schenkungsteuer (umgangssprachlich auch Schenkungssteuer) an. Die Höhe der Freibeträge ist vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen der schenkenden und der beschenkten Person abhängig.

Wir beraten Sie gerne zu Fragen wie den folgenden:

  • Bei welchen Vermögensübertragungen kommt es zur Besteuerung?
  • Welche Übertragungen werden nicht besteuert?
  • Welche persönlichen Freibeträge gibt es?
  • Von was für Steuersätzen kann man ausgehen?
  • Wie wirkt es sich steuerlich aus, wenn man innerhalb von zehn Jahren mehrere Schenkungen vollzieht?
  • Welche Rolle spielen Immobilien und Grundstücke?
  • Zu welchem Zeitpunkt muss man das Finanzamt über eine Erbschaft oder Schenkung informieren?
  • In welchem Fall und bis wann muss eine Erbschaftsteuererklärung abgegeben werden?
  • Wie lässt sich durch ein geschicktes Vorgehen Erbschaftsteuer sparen?
  • Wie sollte man sein Testament idealerweise gestalten?
  • Wie lässt sich mit Nießbrauchrechten Erbschaftsteuer sparen?

Im Folgenden ein paar Beispiele, wie Sie Steuern sparen können:

  • Wenn das Vermögen, das sie vererben würden, Freibeträge übersteigt, können Eltern schon zu Lebzeiten in Etappen Teile Ihres Vermögens durch Schenkung übertragen. Wenn dann noch mehr als zehn Jahre vergehen, bis es zum Erbfall kommt, können die Freibeträge wieder genutzt werden.
  • Eheleute sollten ihr Vermögen gleichmäßig verteilen: Wenn ein Ehepartner einen wesentlich größeren Teil des Vermögens besitzt und der andere Ehepartner nur einen kleinen Teil, lohnt sich eine frühzeitige Umverteilung des Besitzes untereinander. Wenn dann das Vermögen auf die Kinder übergeht, können durch diese Vorgehensweise die beiden Freibeträge der Ehepartner optimal genutzt werden.
  • Beziehen Sie mehrere Generationen in die Übertragungsvorgänge ein. Indem Sie direkt an Ihre Enkel schenken, können Sie auch deren Steuerfreibeträge nutzen und so bei größeren Vermögen die Steuerbelastung erheblich verringern.